Sachsen-Anhalt hat gewählt, mit interessanten Ergebnissen. Sicher keine Schicksalswahl, dagegen sprechen eine sehr niedrige Wahlbeteiligung von 60 % und auch eine eher ruhige Ausgangslage in dem einwohnerbezogen kleinen Bundesland.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen CDU vs. AfD war vorhergesagt, blieb aber aus, am Ende trennen gewaltige 14 % die beiden größten Parteien. Natürlich wurde bereits Wahlbetrug vermutet, es dürfte aber simpel eine in den letzten 4 Jahren recht blasse, inzwischen vom VS beobachtete AfD gewesen sein, die bereits erobertes Terrain wieder verloren hat. An einen Ministerpräsidenten, nicht an die CDU. Herr Haseloff macht es lokal nämlich deutlich besser als die Bundes-CDU und vertritt dort eine eher vernünftige Linie und scheut nicht davor, AfD – Positionen wie etwa zur Rundfunkgebühr zu seinen eigenen zu machen.

Zusammen mit der FDP kommen die konservativen Parteien auf ein klares Votum, fast 2/3 der Bürger wollen kein GrünRot, die Klatsche für die früher starke Linke war sehr deutlich. Natürlich ist eine solche Koalition eine reine Fiktion. Wenn sich Haseloff etwas traut, regiert er mit der FDP in der Minderheit – und kann in wesentlichen Punkten Unterstützung aus der AfD erwarten, programmatisch liegt man ja nah beieinander. So hat der Wähler schließlich auch gewählt. 

Ob die Ergebnisse übertragbar sind auf die anstehende BT-Wahl, ist fraglich. Eine AfD ist bundesweit gerade mal halb so stark, die CDU dank schlechter Führung weiter deutlich unter 30 %. Völlig andere Verhältnisse.

Es ist erstaunlich, dass die Grünen im Osten so wenig Rückhalt haben, gerade unter jungen Wählern. Das Misstrauen gegen Bevormundung und Kollektivierung scheint im Osten eher zu wachsen. Dieses Jahr wird zeigen, ob die AfD es schafft, vom leicht krawalligen „Basta“ zu einer Partei zu reifen, die auch jenseits von Protestwählern noch Wähler erschließen kann. Wenn von prognostizierten 30 % nur noch 21 % übrig bleiben, ist das schon bedenklich.

Es ist wohl eher unwahrscheinlich, dass man Wähler verloren hat, weil man zu wenig radikal war. Mal sehen, wieviel Analyse man sich dort traut.