Was immer auch passiert – Fußball bleibt wichtig. Zu Zeiten eine EM oder WM regiert, leicht durch Corona gebremst, König Fußball. Vermutlich das letzte Ereignis, das Menschen daran erinnert, dass Deutschland eine Nation ist.

Der König Fußball wird aber aktuell genötigt, statt der Deutschlandfahne die Regenbogenfahne zu schwenken. So schlugen es die Grünen einst vor, da wurde noch herzlich darüber gelacht. Jetzt ist das todernst, das Thema der Beleuchtung von Fußballstadien in Regenbogenfahnen ist so wichtig, dass es in der öffentlichen Berichterstattung wichtiger wird als das Ergebnis der Spiele oder Nebensächlichkeiten wie internationale Krisen. Die „Bild“ titelte heute: „Die Liebe siegt“.

Auslöser dieses Großangriffs der Liebe war ein in Ungarn beschlossenes Gesetz, dass kurz gesagt den Einfluss Homosexueller auf die  Öffentlichkeit einschränken soll. Stellenweise durchaus diskriminierend, an einigen Stellen (Jugendschutz) aber durchaus sachlich. Aus der Perspektive eines Landes, in welchem Drag Queens Aufklärungsarbeit über 40 Geschlechter bereits in Kindergärten leisten aber eine Kriegserklärung. Zumindest was die LGTBQ – Lobby angeht.

Wie so oft ist die Empörung selektiv. Der Mord und die schwere Körperverletzung an einem schwulen Paar in Dresden sorgten zwar für eine schwere Strafe, aber für keine Regenbogenfarben an Moscheen, der Täter war schwulenhassender Islamist.

Da fällt das gegen Ungarn leichter, das ist ja für Deutschland ein Reich des Bösen, in welchem quasi eine ungarische AfD das Volk drangsaliert. Übrigens mit großer Zustimmung desselben, aber das muss nicht wirklich etwas heißen – außer dass dort Leute das Sagen haben, die den Wählern gefallen.

Auch gegen rigorosen Umgang Chinas mit den Uiguren, Simbabwes Hass auf weiße Farmer, harte Strafen gegen Schwule im Iran etc. möchte niemand das Stadion beleuchten.

Das Problem: Ungarn ist im allgemeinen Sinne „heterenormativ“, ein Kampfbegriff der Regenbogenkrieger. Dieser besagt, dass Heterosexualität das Normal darstellt und sich die Gesellschaft an dieser orientiert. Ausnahmen bestätigen die Regel. Ich finde das so auch richtig – was nicht automatisch heißt, das dies ein Freibrief zur Diskriminierung sein dar!

Es gibt gar kein Interesse, dieses Thema auf der sonst so wichtigen EU-Ebene zu debattieren, dort spielt man ein bisschen Empörung und droht mit Sanktionen, wohl wissend, dass es dafür keine Rechtsgrundlage gibt. Gäbe es eine solche, man hätte Deutschlands Regierung heftig kritisiert für den Eingriff in die Wahl in Thüringen und die faktische Annullierung des Ergebnisses, ebenso für das Aushebeln der Dublin-Abkommen in der Asylkrise seit 2015.

Mächtige NGOs und Medien wollen ein Exempel an Ungarn statuieren, die üblichen Verdächtigungen der Parteien trommeln mit. Man will hier ein Feindbild aufbauen wie einst gegen den Erbfeind Frankreich und den allgemein renitenten Ost-EU-Staaten zeigen, dass es ihnen ähnlich gehen kann.

Offenbar hat man aber die Rechnung nicht nur ohne die störende UEFA gemacht, vor allem  aber ohne die deutschen Fußballfans. Selbst der unverwüstliche WDR musste zugeben, dass die vielen tausend verteilten Regenbogenfahnen nur sehr vereinzelt im Stadion zu sehen waren und eher Papierkörbe füllten.

Obwohl sich in den Kommentarspalten zum Fußball sehr viele tummelten, die wohl eher linke Ultras aus Fan-Projekten sind oder solche, die Fußball bisher als verachteten Sport des Pöbels betrachten, war die generelle Meinung klar:

Stoppt Politisierung des Sports, nervt mich nicht mit Gratismut, traut es euch doch in Katar. Eher wenig schwulenfeindliches, durchaus auch Kritik ab dem ungarischen Gesetz.

Inzwischen tritt das ein, was viele nicht mehr gehofft haben:

Es regt sich Widerstand. Auch die, die bis dato gar kein Problem mit aggressiv vorgetragener Minderheitenpropaganda hatten, erkennen inzwischen, was das für die Zukunft bedeutet: Ein Deutschland, dass sich radikal den Interessen von Minderheiten unterordnet, welche meistens nur den Machtanspruch von Verbänden darstellen. Ein Deutschland, dass solche Probleme nicht mehr sachlich anfasst, sondern nur noch hippiehafte Protestfolklore kennt, so als wäre Protest an sich bereits ein Wert.

Viel schlimmer noch: Ein Deutschland, dessen Regierungshippies die gesamte Bevölkerung in Geiselhaft nehmen, Deutsche in der Welt blamieren und zur Reizfigur werden lassen. Der hässliche, schulmeisternde Deutsche will die Welt über Sauberkeit belehren – und hat selbst seit 2 Wochen die gleiche Unterwäsche an.