Unsere Wahl zur Person des Monats Juni fiel auf George Orwell, weil Mechanismen, die er in seinen großen Romanen “Farm der Tiere“ und “1984“ beschrieb, hier und heute fast Realität geworden sind.

👉 Das Staatsfernsehen sendet, was das Volk glauben soll.
👉 Tatsachen werden verdreht, die Sprache kontrolliert.
👉 Die Mainstreammedien berichten lückenhaft und einseitig
👉 Journalisten berichten nicht mehr, sondern zeigen Haltung
👉 Wer der Regierung widerspricht, muss mit Sanktionen rechnen.
👉 Die Bürger müssen ein „Zwiedenken“ praktizieren, da sie das Gegenteil von dem, was sie real sehen und erfahren glauben sollen.
👉 Wer nicht politisch korrekt schaut, denkt und spricht, wer im Orwellschen Sinn ein „Gedankenverbrecher“ ist, wird zur Zielscheibe wüster Zensur, der „Gedankenpolizei“ und er wird vor als Nazi und Faschist beschimpft.

In den sozialen Medien behaupten manche sarkastisch, dass Orwells Roman von der derzeitigen Regierung als Gebrauchsanweisung zur Errichtung eines totalitären Staates verstanden wird.

George Orwell, der mit richtigem Namen Eric Arthur Blair hieß, war ein international bekannter britischer Schriftsteller, Essayist und Journalist, der heute als einer der bedeutendsten und einflussreichsten Schriftsteller der englischen Literatur des 20. Jahrhunderts gilt.
Er wurde am 25. Juni 1903 in der indischen Region Bengalen in Motihari als Sohn eines britischen Kolonialbeamten geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in England, wo er von 1917 bis 1921 das renommierte Eton College besuchte. Sein Literaturprofessor dort war Aldous Huxley, der Autor der Dystopie “Schöne neue Welt“.

1922 trat der nun 19-Jährige in den Dienst der Kolonialpolizei im südostasiatischen Burma (heute: Myanmar) ein.
Seine kritische Haltung gegenüber der britischen Kolonialherrschaft und gesundheitliche Probleme führten dazu, dass er 1927 nach Europa zurückkehrte. Die nächsten Jahre lebte er in England und Frankreich. Dort schlug er sich mit Gelegenheitsjobs durch. Seine Erfahrungen verarbeitete er unter dem Pseudonym George Orwell in dem 1933 erschienenem Buch “Erledigt in Paris und London“.
Bereits seine frühen Werke waren geprägt durch seine Abneigung gegen jede Art von Imperialismus und Unterdrückung.
Orwell war Sozialist vertrat aber im Gegensatz zu vielen seiner Zeitgenossen keinen autoritären Realsozialismus, sondern einen demokratischen–liberalen Sozialismus. Im Juni 1936 heiratete er die politisch aktive Psychologie-Studentin Eileen O’Shaughnessy, die ihn vermutlich darin noch mehr bestärkte.
Im Spanischen Bürgerkrieg kämpfte Orwell nicht nur an der eigentlichen Front, sondern auch gegen die Stalin-Anhänger innerhalb des republikanischen Lagers. Seine Erfahrungen schilderte er in den Reportagen, die er 1938 unter dem Titel “Mein Katalonien“ zusammenfasste.
Schwer verwundet kehrte Orwell nach England zurück und erfuhr dort von den stalinistischen Säuberungsaktionen und Schauprozessen in Russland. Daraufhin distanzierte er sich zwar deutlich vom Kommunismus, blieb aber zeitlebens der Idee des Sozialismus verpflichtet.

Während des Zweiten Weltkriegs schrieb Orwell für verschiedene Zeitschriften und später für die BBC über verschiedenste Themen, während er gleichzeitig an seinen großen Romanen arbeitete.

Orwell hatte seit seiner Jugend an Tuberkulose gelitten und erlag der Krankheit am 21. Januar 1950 im Alter von nur 46 Jahren.

Seine bekanntesten Werke sind die Dystopien:

“Farm der Tiere“ (1945),
eine satirische Fabel über die russische Revolution und den Sowjetkommunismus in der er feststellte: „Alle Tiere sind gleich, aber manche sind gleicher als andere“.

und “1984“ (1949),
eine Zukunftsvision von einem totalitären Überwachungsstaat, die er unter dem Eindruck stalinistischer Gewaltherrschaft schrieb. Sie ist eine grässliche Utopie, die jeden Leser mit den im Roman praktizierten Methoden der „big-brother“-Totalkontrolle und der permanenten suggestiv-volkspädagogischen Gehirnwäsche erschaudern lässt.
Wie kaum eine andere Dystopie veranschaulicht dieser Roman die Schrecken eines totalitären Überwachungsstaates. Das Zitat “Big brother is watching you“ oder die Begriffe “Neusprech“, “Wahrheitsministerium“ und “Doppeldenk“ haben Eingang in die Alltagssprache gefunden.