Glaubt man Medien und großen Teilen der Parteienlandschaft incl. Union, ist eines der wichtigsten Probleme dieses Landes die unfassbare Benachteiligung von Personen des diversen Geschlechts. So dringend und wichtig, dass der allgemeine Sprachgebrauch dazu geändert wird, Quoten eingeführt werden sollen und Diversgeschlechtliche quasi zu Fleisch gewordene Opfer von Anfeindungen stilisiert werden, für die dringend Safe-Space eingerichtet werden müssen.

In einer Demokratie geht es primär um die Interessen von Mehrheiten, nicht um Partikularinteressen von Minderheiten. Andererseits sollen diese aber natürlich nicht aktiv benachteiligt werden. Interessant ist die Größenordnung, über wir trotz der Omnipräsenz des Themas so gut wie NIE reden. Ich will das aber gern tun.

Biologisch divers, also selbst genetisch nicht klar einem Geschlecht zuzuordnen, sind nur wenige 100 Menschen in Deutschland. Diese Zahl schließt auch die ein, die aus welchen Gründen auch immer (Ideologie, psychische Probleme) angeben, keinem Geschlecht zugehörig zu sein. Seit 2019 ist ja die unfassbare Diskriminierung durch Festlegung auf zwei Geschlechter aufgehoben, die Eintragung des Geschlechtes divers wurde mit einem Aufwand von dutzenden Million € in Personalpapier, Formulare und Urkunden möglich gemacht. Genutzt haben das etwa 300 Personen bis jetzt, entspricht einem Aufwand von 100.000 € pro Mann, sorry, Diversem.

Zahl der Menschen mit drittem Geschlecht geringer als angenommen (aerzteblatt.de)

Die Anzahl von Menschen mit einer schweren Störung der Geschlechtsidentität, also sich als Männer wähnende Frauen und umgekehrt, ist deutlich größer. Hier stoßen wir fast in den Promille-Bereich vor, mehrere tausend Menschen haben dieses Problem – und den sehr gut verständlichen Wunsch, eine geschlechtsangleichende OP zu machen. Völlig in Ordnung. Direkt befragt geben diese Menschen nach der OP natürlich an, klar zu einem Geschlecht zu gehören.

Was soll also der Schwachsinn? Mit dem gleichen Recht könnten Rohlstuhlfahrer erzwingen, das MTB-Parks rollstuhlgerecht werden. Menschen mit einem IQ von 85 Zugang zu einer Professur erzwingen. Mutter Natur ist nicht gerecht und fair und stattet nicht alle Menschen gleich aus. Die Gesellschaft kann das nicht komplett kompensieren.

Warum versucht sie es dann trotzdem? Weil es aktuell en vogue ist, auch die – vermuteten- Partikularinteressen von Mikro-Minderheiten schreiend einzufordern. Weil Hypertoleranz wichtiger ist als die Orientierung an Normalität, welche immer mehr zum reaktionären Buzz-Word wird. Nutzt das den Betroffenen Minderheiten? Nein. Sie werden damit zum Feindbild. Nutzen tut das hoch ideologisierten Berufsempörten in NGOs, Stiftungen, Parteien und Vereinen, die das als moralische Keule verwenden. Linke Identitätspolitik, die Menschen auf Geschlecht, Hautfarbe, Herkunft und Behinderung fixiert. Eine mehr als kranke Entwicklung, die statt Gleichheit und Chancen für Hass und Zwietracht sorgt.