Der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern geht in die nächste Runde, keiner weiß so genau in die wievielte. Tausende Raketen hageln auf Israel, dieses schlägt zurück, so weit so verständlich zumindest aus meiner Sicht.

In Deutschland ziehen nationalistische Türken der „grauen Wölfe“ zusammen mit Palästinensern, Arabern und Libanesen zu 100ten vor Moscheen und schreien, zigfach dokumentiert, „Scheiss-Jude“. In den sozialen Meiden posten aufgebrachte Sympathisanten Vergasungsfantasien und gerieren sich als Opfer einer jüdischen Weltverschwörung.

Erstaunlich ruhig danach der Blätterwald und die Politik, wo man sonst bei deutlich harmloseren Fällen von Antisemitismus sofort Schuldzuweisungen seitens Heiko Maas, Frank Walter Steinmeier, zahlreicher Grüner etc. Richtung Werte-Union und AfD brüllt. Die Empörung skaliert offenbar mit der Hautpigmentierung der Hetzer – und zwar umgekehrt proportional. So bleibt es bei ein wenig Betroffenheitsgesülz und der Hoffnung, dass es beim nächsten mal wenigstens ein paar alte, weisse Männer sind, die dort hetzen.

Es wäre auch zu peinlich, sich mit den Gründen auseinanderzusetzen, schlimmer noch, mit den Konsequenzen. Die Hetzer sind in diesem Fall reine Importware, nicht selten bereits in Gegengesellschaften organisiert, streng im Glauben und radikal in der Botschaft. In jedem Fall fernab jeder Kritik. Ein journalistisches Highlight dazu sind die Twitter-Kommentare des Malcolm Ohanwe, der jetzt vor „Palästinenser-Hass“ warnen will. Das hat schon satirische Züge.

So verbissen das inzwischen linksdrehende deutsche Establishment gegen vor 80 Jahren begangene Verbrechen kämpft, so lässig ist man mit dem täglichen Hass – solange dieser Importware ist. Erbärmlich.