Mitunter finden andere deutlich bessere Worte als man selbst. In diesem Fall der stets wortgewaltige Akif Pirincci, ein entfesselter literarische Wüterich, für den immer eines gilt: Übertreibung macht anschaulich.

Der Titel „der neue Jude“ ist vor dem Inhalt des Textes etwas irreführend, es geht nicht um Querdenker, die sich geschmackloserweise Judensterne mit „ungeimpft“ anheften. Es geht um viel mehr: Um die Beschreibung der Methoden, mit denen ein hochideologisches Zerrbild von Realität geschaffen wird, die es letztlich braucht, um Menschen so zu behandeln, wie man es den Juden angetan hat.

Die Fantasiewelt der Werbung, in welcher Farbige quasi den alten weißen Mann in all den Feldern ablösen, die ihn erst zum alten weißen Mann gemacht hat. Das Armaggedon einer Klimakatastrophe, die quasi direkt hinter dem verregneten, kalten Frühling in einer Weise lauert, die im Aussterben der Menschheit binnen 25 Jahren mündet. Übrigens im wesentlichen inhaltsidentisch mit der grün geschürten Atom-Angst der 80er. Lösbar sind diese globalen Probleme, sollte es sie so wirklich geben, natürlich einzig und allein durch Deutschland. Viel Spaß beim Lesen: