Heute (29.09.20) sind die Gazetten voll von AfD-Häme, gespeist aus der werbefreien Anti-Rechts-Dauerwerbesendung zur besten Sendezeit auf Pro7. Sicher, vieles daran wirkte doch arg konstruiert und hochgespielt. Es wurden Verbindungen und Schulterschlüsse angedichtet, wo keine sind und Gefahren beschworen, die es nicht gibt. So gibt es nach wie vor einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit Identitären Bewegung und es gab keine Verbindungen zwischen der AfD und den rechtsextrem motivierten Gewalttaten in den Jahren 2019 / 2020.

Aber all das ist als Fakt wertlos, wenn es einzelnen Personen doch immer wieder gelingt, handfeste Skandale herbeizuführen. Über die extrem rechte Gesinnung des ehemaligen Pressesprechers Christian Lüth braucht es keine Debatte. Es spielt auch keine Rolle, ob er einer unter falscher Flagge segelnder YouTuberin auf den Leim gegangen ist, der Mann hat mehr als einmal so daneben gegriffen, dass er vermutlich nicht mal in der NPD hätte nach vorn kommen können. Er erfand gar eine Abstammung von einem deutschen U-Boot-Kapitän, um sich als „Arier“ gerieren zu können. Immerhin, in sicherer Selbsterkenntnis nannte er sich einen „Faschisten“.

Dieser Mann war 3 Jahre Pressesprecher der AfD und enger Vertrauter von Gauland. Das wirft eine Menge Fragen auf, nicht nur bei entschiedenen Gegnern dieser Partei, sondern auch bei denen, die ihr mehr zutrauen als das, was heute gezeigt wird. Es darf nicht wundern, wenn diese heute bei 9 % stehende Partei bei weiteren Skandalen um den Einzug in den Bundestag nächstes Jahr zittern muss. Zumindest aus meiner Sicht wird es Zeit zu checken, ob wirklich alle Funktionäre wirklich für das stehen, was im Parteiprogramm steht. In der Tiefe wird das nicht gehen, es wird immer wieder Irre und U-Boote geben, die auf sich aufmerksam machen. Auf Bundes – und Landesebene muss aber klar sein: Das ist nicht die AfD und wird nicht geduldet. Sonst ist zügig Schluss.

Quelle: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2020/christian-lueth-afd/