Diesel-„Skandal“ und der Hosenscheißer

Tiramo – Akademie & Consulting

Seit zwanzig Jahren mache ich mich über den zunächst nur in Westdeutschland vorkommenden, sich aber mittlerweile über das ganze Territorium verbreitet habenden Typus des Hosenscheißers lustig, der nur mit Schutzhelm und Hosenklammer aufs Rad steigt, sich vor Glyphosat im Bier und überhaupt von Chemie gruselt, der für sein Überleben Himalayasalz für fünf Euro pro Kilo kauft, sich vom Auto „vergast“ (SWR) fühlt und im Biomarkt Wasseraufbereiter für 100 Euro kauft, um das ganze Gift aus der Leitung zu filtern.

Jetzt erzählen Politiker und Medienbetriebler genau diesen an ihrer Gentechnik- , Feinstaub- und Atomangst würgenden vorbildlichen Bundesbürgern, es sei nun mal so, dass sie jederzeit auf einem Markt von einem Islamisten-LKW niedergebrettert und im Supermarkt oder im Regionalexpress gemessert werden können, das gehöre nun mal dazu, daran sollten sie sich besser schnell als langsam gewöhnen, überhaupt dürfe man nicht „den Rechtsstaat dem Schutz der Bürger opfern“ (Tagesspiegel).

Und was passiert? Unser vor der Chemie- und Automafia dauerrschlotternder Sorgenbürger vollzieht ein I-A-Nicken, wiederholt das ihm Vorgesagte dreimal, nämlich, dass es nun einmal keine absolute Sicherheit gebe und Abschottung im 21. Jahrhundert überhaupt nicht gehe, klemmt sich seine Hosenklammer ins Bein, radelt vorsichtig zum Wahllokal und wählt wieder Angela Merkel.