SPD: Wahlprogramm „Israel“

Tiramo – Akademie & Consulting

Warum, liebe SPD, steht in Eurem Regierungsprogramm: „Es muss zu einem Stopp des illegalen Siedlungsbaus kommen“?
Sollte es nicht besser heißen: „Es muss zu einem Stopp der Bezeichnung ‚illegale Siedler‘ kommen, wenn damit ausschließlich Juden gemeint sind“?
Es kann jedem Land zugemutet werden, dass es Juden die gleichen Rechte gibt, wie jedem anderen Menschen auch. Entweder sind alle Menschen illegal oder keiner. Auch ein freies Palästina muss Juden und Israelis aushalten können, so wie Israel es aushalten kann, dass dort Moslems und Araber siedeln und Deutschland es bereichernd findet, dass hier Türken und Kurden siedeln. Und ich will keine deutsche Partei, die die Idee unterstützt, es solle Orte geben dürfen, wo Juden nichts zu suchen haben.

Ein Land, das Juden und Israelis aufgrund ihrer puren Existenz schon zu Illegalen erklärt, sollte dafür keine Unterstützung erhalten und schon gar nicht sollte ein deutsches Parteiprogramm eine Politik unterstützen, die Juden besonders behandelt und sie für Handlungen kritisiert, die sie bei allen anderen Menschen toleriert.
Es gibt etwas mehr als 14 Millionen Juden weltweit. Über 90% von ihnen leben in Israel und in den Vereinigten Staaten von Amerika. Die anderen 10% leben größtenteils in Europa, Afrika, Australien und Südamerika. Es kann einem möglichen palästinensischen Staat zugemutet werden, dass die wenigen weiteren Juden in den Grenzen eines arabischen Staates leben können, so wie zwanzig Prozent aller Israelis Muslime sind.

Es leben mehr Muslime in Israel als Juden ausserhalb der Grenzen von Israel und den USA. Wer diese paar Juden zu einem Problem erklärt, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Wir reden hier maximal von ein paar hundert Juden im ganzen Nahen Osten außerhalb der Grenzen Israels. Es leben vermutlich mehr Muslime auf der Keupstraße in Köln-Mülheim. Und sie sind Bürgerinnen und Bürger! Das ist selbstverständlich!

Juden sollten im Nahen Osten ebenfalls überall Bürgerinnen und Bürger sein können. Das sollte die SPD unterstützen, statt sie zu Illegalen zu erklären.

Offener Brief von Gerd Buurmann an die SPD